Cloud Zertifizierungen ISO 27017 und 27018 im Vergleich

Übersicht

Während die ISO 27017 allgemein die Sicherheit von Cloud-Diensten (Security) fokussiert, konzentriert sich die ISO 27018 spezifisch auf den Datenschutz (Privacy) personenbezogener Daten in der Cloud.

Hier der direkte Vergleich:

Merkmal

ISO 27017 (Sicherheit)

ISO 27018 (Datenschutz)

Fokus

Allgemeine IT-Sicherheitskontrollen für Cloud-Services.

Schutz personenbezogener Daten (PII) in der Public Cloud.

Ziel

Risikominimierung für Anbieter und Kunden (z. B. Zugriffsrechte, Monitoring).

Einhaltung von Datenschutzvorgaben (z. B. Zweckbindung, Löschfristen).

Nutzer

Cloud-Anbieter (CSPs) und Cloud-Kunden (CSCs).

Primär für Cloud-Anbieter, die als Auftragsverarbeiter agieren.

Inhalt

Ergänzt ISO 27001 um Cloud-spezifische Kontrollen.

Ergänzt ISO 27001 um spezifische PII-Schutzmassnahmen.

Kern-Aussage

"Die Cloud-Infrastruktur ist sicher konfiguriert."

"Kundendaten werden nicht zweckentfremdet oder weitergegeben."

Kurz gesagt: Die 27017 sorgt dafür, dass die Cloud "nicht gehackt wird", während die 27018 sicherstellt, dass mit den darin gespeicherten privaten Daten "kein Unfug getrieben wird".

 

Unter welchen Voraussetzungen ist eine kombinierte Zertifzierung von ISO 27017 und ISO 27018 möglich?

1. Die Basis: ISO/IEC 27001 Zertifizierung
Ohne ein bestehendes (oder gleichzeitig eingeführtes) Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) nach ISO 27001 ist keine Zertifizierung für 27017 oder 27018 möglich. Diese "Add-ons" erweitern lediglich den Anhang A der ISO 27001 um spezifische Cloud- und Datenschutz-Kontrollen.
 
2. ISO/IEC 27017 (Cloud-Sicherheit)
Hier liegt der Fokus auf der sicheren Bereitstellung und Nutzung von Cloud-Diensten.
  • Erweiterte Controls: Sie müssen zusätzliche Sicherheitsmassnahmen implementieren, wie z. B. die klare Trennung von Daten in Multi-Tenant-Umgebungen und die Definition von Schnittstellen zwischen Cloud-Provider und Kunde.
  • Rollenklarheit: Es muss dokumentiert sein, wer für welche Sicherheitsaspekte verantwortlich ist (Shared Responsibility Model).
 3. ISO/IEC 27018 (Schutz personenbezogener Daten in der Cloud)
Diese Norm ist spezifisch für Public-Cloud-Provider, die personenbezogene Daten (PII) verarbeiten.
  • Zweckbindung: Nachweis, dass Daten nicht für Marketing oder Werbung genutzt werden, ausser der Kunde hat explizit zugestimmt.
  • Transparenz: Sie müssen offenlegen, wo die Daten gespeichert werden und welche Sub-Unternehmer (Unterauftragsverarbeiter) involviert sind.
  • Betroffenenrechte: Prozesse zur Löschung, Korrektur und Rückgabe von Daten müssen etabliert sein.
 4. Integriertes Audit-Verfahren
  • Scope-Definition: Der Geltungsbereich (Scope) Ihres ISMS muss die Cloud-Dienste explizit einschliessen.
  • Statement of Applicability (SoA): Ihr Anwendbarkeitsdokument muss um die spezifischen Controls der 27017 und 27018 erweitert werden.
  • Risikoassessment: Die Risikoanalyse muss Cloud-spezifische Bedrohungen und Datenschutzrisiken für PII detailliert berücksichtigen.
Der Vorteil: Da sich viele Anforderungen überschneiden (z. B. bei der Verschlüsselung oder dem Backup), sparen Sie bei einem kombinierten Audit erheblich Zeit und Kosten gegenüber Einzelzertifizierungen.
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